Das neue Jahr startet so, wie das alte aufgehört hat: mit einem Buch. Ihr Körper, das Schiff ist eine Sammlung von auf Deutsch übersetzten Kurzgeschichten. Denn davon gibt es immer noch viel zu wenig, erst recht von den großen Publikumsverlagen. Denn selbst wenn diese noch Sci-Fi im Programm haben sollten, muss da in der Regel leider immer noch ein großer Name wie Cixin Liu drauf stehen, bevor die Programmleitung Kurzgeschichten in den Druck gibt.
Passend zum Jahreswechsel hier eine kurze Rückschau auf 2025 und meine Vorsätze für das Blog für’s nächste Jahr.
Zunächst die bittere Pille: ich habe im letzten Jahr natürlich weniger Beiträge verfasst, als ich mir vorgenommen hatte. In Summe hat es nicht einmal für einen Post im Monat gereicht. ABER - und damit jetzt zum guten Teil - ich hatte noch Schlimmeres befürchtet und immerhin ein Jahr lang etwas veröffentlicht. Das war auch nicht immer so!
Dieses mal dehnen wir unsere Genre-Grenze ein bisschen. Denn Daemon ist weniger klassische Sci-Fi, als vielmehr Near-Future-Tech-Thriller. Aber diese Geschichte steckt so voller abgedrehter Technik, dass die Worte Science und Fiction doch ihre Berechtigung haben.
Um was es geht, ist schnell erklärt. Ein stinkreiches Tech-Genie Namens Matthew Sobol stirbt und hinterlässt der Nachwelt ein ausgeklügeltes Computer-Programm, das sich anschickt, die Welt zu beherrschen. Das ist ohne menschliche Helfer auch in einer immer vernetzteren Welt schwierig.
Begonnen als Nerd-Projekt und als Print im Selbstverlag veröffentlicht, betritt die Geschichte rund um eine geheime Organisation und ihre Antimemetik-Abteilung mit voller Penguin-Random-House-Power nun die große Bühne. Für das Sci-Fi-Genre ist das eine Bereicherung!
Denn so gerne wir doch alle über Raumschiffe, fremde Planeten und Aliens lesen, wer öfter mal Sci-Fi-Bücher in die Hand nimmt, wird schnell auf ähnliche Geschichten stoßen. Wenn sich also die Gefahr von Überdruss und Langeweile einschleichen sollte, dem sei Wir haben keine Antimemetik-Abteilung ausdrücklich als Heilmittel empfohlen.
Ich mag Debütromane. Die sind zwar oft noch etwas holprig, bergen aber immer wieder frische Ideen oder haben unverbrauchte Perspektiven. Leider trifft das auf Terra Perdita von Nick Palmer nicht so richtig zu. Trotzdem ist das Buch einen Blick wert, wenn man bereit ist, ein paar Abstriche zu machen.
Genauer gesagt: zwei Kröten muss man schlucken, um mit dem durchaus gelungenen Plot Spaß haben zu können. Die erste Kröte - und meinem Empfinden nach die dickste - ist die unklare Struktur der Geschichte.