Begonnen als Nerd-Projekt und als Print im Selbstverlag veröffentlicht, betritt die Geschichte rund um eine geheime Organisation und ihre Antimemetik-Abteilung mit voller Penguin-Random-House-Power nun die große Bühne. Für das Sci-Fi-Genre ist das eine Bereicherung!
Denn so gerne wir doch alle über Raumschiffe, fremde Planeten und Aliens lesen, wer öfter mal Sci-Fi-Bücher in die Hand nimmt, wird schnell auf ähnliche Geschichten stoßen. Wenn sich also die Gefahr von Überdruss und Langeweile einschleichen sollte, dem sei Wir haben keine Antimemetik-Abteilung ausdrücklich als Heilmittel empfohlen.
Ich mag Debütromane. Die sind zwar oft noch etwas holprig, bergen aber immer wieder frische Ideen oder haben unverbrauchte Perspektiven. Leider trifft das auf Terra Perdita von Nick Palmer nicht so richtig zu. Trotzdem ist das Buch einen Blick wert, wenn man bereit ist, ein paar Abstriche zu machen.
Genauer gesagt: zwei Kröten muss man schlucken, um mit dem durchaus gelungenen Plot Spaß haben zu können. Die erste Kröte - und meinem Empfinden nach die dickste - ist die unklare Struktur der Geschichte.
Circa 200 Jahre in der Zukunft: ein riesiges Schiff schwebt durch das Weltall, vollgepackt mit Kryotanks, in denen Gutbetuchte darauf warten, dass sich die Technologie während der Zeit ihres Kälteschlafs so weit entwickelt hat, um dem Tod von der Schippe springen zu können. Doch so ein großes, altes Raumschiff, vollgepackt mit Technik, muss regelmäßig gewartet werden und auch der Zustand der “Bewohner” bedarf stetiger Kontrolle. Und so ist Katarina froh, als Schiffstechniker Karl ihr den Job anbietet, auf der Elysian Fields nach dem Rechten zu sehen.
Robin Sloan war mir kein Begriff. Beim Durchblättern der Neuerscheinungen für das Frühjahr 2025 bin ich dann auf Die letzte Geschichte der Welt gestoßen. Eine Mischung aus Fantasy und Sci-Fi? Ein Must-Have! Denn obwohl diese beiden wunderbaren Genre der Phantastik einiges gemeinsam haben, gibt es selten Werke, die beides miteinander verbinden. Ich war allerdings ein bisschen verzagt, weil die Veröffentlichung der deutschen Version zu diesem Zeitpunkt noch einige Monate in der Zukunft lag.
Kurzgeschichten werden von den Verlagen viel zu oft ignoriert. Umso schöner, dass Heyne mit Der Blick von den Sternen nicht nur welche veröffentlicht, sondern sogar einen Schritt weiter geht. Neben den Erzählungen finden sich in dieser Sammlung nämlich auch Zeitschriften-Beiträge des Autors und am Ende sogar ein Interview, was doch eher ungewöhnlich ist. Schade nur, dass trotz dieser Bandbreite inhaltlich nicht allzu viel dabei herumkommt.
Es ist natürlich schwer, einem Verlag in einer kapitalistischen Gesellschaft vorzuwerfen, den Fokus auf verkäufliche Ware zu legen.