BOOK_REVIEW: Exit Black
Ich habe es echt probiert, aber nach 70 Seiten und vier Wochen, in denen ich mich zum Lesen zwingen musste, ist es Zeit für eine Premiere auf diesem Blog. Exit Black ist mein erstes DNF (= did not finish).
Dabei klingt die Geschichte zunächst ja gar nicht mal so uninteressant. Die Raumstation “Imperium” ist neben einer Forschungsstation inzwischen auch ein Hotel für Superreiche. Die Biologin Chloe darf also neben ihrer Arbeit von nun an auch reiche Gäste bespaßen. Doch unter das Personal hat sich auch eine Gruppe gewaltbereiter Aktivisten gemischt, die mit dem oberen 1% eine Rechnung offen hat.
Doch leider nimmt diese Geschichte nie richtig Fahrt auf. Im Gegenteil. Bereits im ersten Viertel platziert Autor Joe Pitkin Action- und Gewaltszenen. Die bleiben aber blass und haben mich eher mit den Augen rollen lassen, statt meinen Puls zu erhöhen. Das liegt vor allem daran, dass Pitkin es mit seiner Sprache nicht wirklich schafft, Atmosphäre zu erzeugen. Nur einmal empfand ich so etwas Spannung, das aber auch nur, weil ich den Klappentext des Verlags nicht gelesen habe und völlig unvorbereitet in das Buch gestartet bin (meiner bescheidenen Meinung nach immer eine gute Idee!). Wer aber schon weiß, dass hier eine Station gekapert wird, verliert auch die Stelle, die mir ganz gut gefallen hat.
Überhaupt finde ich den Text handwerklich nicht gut gemacht. Die Eröffnungssequenz ist ein Kapitel Foreshadowing, das wohl direkt Spannung erzeugen soll, aber überhaupt nicht funktioniert. Dort versteckt sich Chloe, die wir zu diesem Zeitpunkt aber noch gar nicht kennen, vor einem Angreifer. Da wir aber weder Kontext noch Personen kennen, ist mir die Situation herzlich egal. Was auch wieder daran liegt, dass Pitkin es mit seiner Sprache einfach nicht schafft, uns in diese Szene zu holen. Wir bleiben außen sitzen und schauen teilnahmslos zu.
Auch die Einführung der Personen, die auf der “Imperium” eintreffen, ist ziemlich ermündend. Der Autor hat sich nämlich dafür entschieden, die Charaktere nahezu runterzubeten, wenn sie auf der Station eintreffen. Nach dem Motto: “Jetzt kommt Person A durch die Luke. Er sieht gut aus, hat mehr Geld als alle anderen und wirkt schmierig. Nach Person A sieht Chloe wie Person B die Station betritt. Sie heißt NAME und ist Influencerin.” Natürlich ist das jetzt überspitzt dargestellt, aber genau so hat sich diese Szene für mich angefühlt. Und das zieht sich über zig Seiten, so dass ich am Ende einfach nur noch gehofft habe, dass dieses Raumschiff jetzt bitte, bitte keine Personen mehr an Bord hat, die Pitkin uns vorstellen kann. Zugegeben, die Idee das Eintreffen der reichen Schnösel auf der Station gleich als Vorstellungsrunde für den/die Leser:in zu nutzen finde ich gar nicht mal so schlecht. Es ist nur furchtbar langweilig umgesetzt.
Lange Rede, kurzer Sinn: das Buch hat mir von vorne bis hinten keinen Spaß gemacht. Und da ich davon ausgehe, dass die “Action”, die Pitkin uns auf den ersten Seiten präsentiert hat, später noch zunehmen wird, vermutlich sich aber genau so fad und holprig anfühlt wie zu Beginn, verzichte ich auf den Rest der Geschichte. Wenn einem weder die Story packt, noch der Schreibstil, bleibt einfach nicht mehr viel übrig, für dass es sich die Zeit des Lesens lohnen würde.